Die weibliche Brust

& warum jede stillende Frau ihren Aufbau kennen sollte


In jedem Seminar, das ich besucht habe, wurde zu beginn die Anatomie der Brust besprochen. Logisch, wie soll ich Frauen zum Thema Stillen beraten, wenn ich gar nicht, weiß wie die Brust eigentlich funktioniert?


Erst mit der Schwangerschaft entwickelt sich die Brust soweit wie auf dem Bild. Frauen werden bereits mit den Anlagen der weiblichen Brust geboren, doch erst in der Pubertät beginnt das Brustdrüsengewebe durch die weiblichen Geschlechtshormone zu wachsen. Ein Geflecht „inaktivem“ Milchdrüsengewebe entsteht.


Jede Frau die bereits einmal schwanger war, kann von den Veränderungen der Brüste berichten. Das Brustdrüsengewebe beginnt noch einmal vermehrt Drüsengewebe und Milchgänge zu bilden. Aufgebaut ist dieses System ähnlich wie ein kleiner Baum, von den Ausführungsgängen auf der Brustwarze aus verzweigen sich die Milchgänge immer feiner und enden in den Milchbläschen. Diese enthalten Zellen, welche aus dem Blut Muttermilch synthetisieren können.

Durchsetzt ist die Brust mit Binde- und Fettgewebe und liegt über den beiden Brustmuskeln über den Rippen. Bei einigen Frauen reicht das Drüsengewebe bis unter die Achsel.



Doch wofür ist dieses Wissen wichtig und was können sich Frauen draus herleiten?


1. Es wird klar, warum die Brüste in der Schwangerschaft beginnen zu wachsen. Das Drüsengewebe wird für das Stillen nach der Geburt bereits angelegt.


2. Besonders wichtig ist dieser Punkt für Frühgeborene. Ihre Mütter sind bereits ab der zweiten Schwangerschaftshälfte bereit Muttermilch zu bilden, da das Brustdrüsengewebe bereits angelegt ist. Während der Schwangerschaft wird die Bildung von reifer Muttermilch allerdings noch durch die Schwangerschaftshormone unterdrückt.


3. Es gibt immer wieder Frauen, die sich Sorgen machen, dass sie mit kleinen Brüsten nicht ausreichend Muttermilch für ihr Kind haben werden. Die Brust enthält wie die Zeichnung zeigt verschiedene Gewebeformen: Fett-, Binde- und Brustdrüsengewebe. Durch unterschiedlich viel Gewebe, haben Brüste verschiedene Formen und Größen. Es sagt jedoch nicht aus wie viel Drüsengewebe vorhanden ist.


4. Dadurch dass die Milchgänge von der Brustwarze weg zu den Zellen führen, die die Muttermilch produzieren, wird deutlich, weshalb das Baby die Brust weit in den Mund nehmen muss. Es muss mit dem Kiefer und der Zunge die Milch förmlich nach vorne Richtung Brustwarze schieben und ein Vakuum aufbauen.


5. Wenn das Kind jedoch den Kiefer zu fest zusammenkneift staut sich die Milch in den Gängen. Ähnlich wie bei einem Wasserschlauch im Garten, der zusammengedrückt wird, wenn man drauf steht. Auch durch zu starkes halten der Brust beim Stillen oder Abpumpen oder eine ungültige Position der Brüste kann es so zu einem Milchstau kommen. Die Milchgänge werden abgedrückt und die Milch kann nicht richtig fließen. Die Milchgänge weiten sich durch den Stau und die Brust beginnt zu schmerzen.



Allein durch meine doch sehr oberflächliche Erklärung lassen sich einige Fragen und ihre Antworten zum Stillen beantworten und deutlich besser veranschaulichen. Ich hoffe ich konnte auch die Anatomie der weiblichen Brust ein wenig näher bringen und ihr hattet - ähnlich wie ich in meinem ersten Seminar zum Stillen - ein paar AHA-Erlebnisse. :)


Bei weiteren Fragen schreibt mir gern. Auch über Anregungen und/ oder ein Feedback würde ich mich sehr freuen.

0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen